Escalando - Klettern auf Spanisch

 

Als Fremdsprachenlehrer erfahren wir sehr oft, wie bereichernd das Kennenlernen anderer Kulturen und das Erleben in der Gemeinschaft ist. Mit dem Ziel eines „ganzheitlichen Erlebens und Lernens“ startete die Spanisch-Fachschaft ein kleines Projekt, das nicht nur die sprachliche Kompetenz der Schüler, sondern auch ihr Selbstwertgefühl und ihre sozialen Kompetenzen fördern soll.

2017 lernten wir Mateo im Rahmen eines Kletterprojektes während der Projekttage am JAG kennen. Mateo kommt aus Kolumbien, studiert aber zurzeit in Deutschland. Er ist ein leidenschaftlicher Kletterer und einer dieser glücklichen Menschen, die ihr Hobby –bereits während des Studiums– zum Beruf machen konnten. Mit Mateo holten wir uns das Land Kolumbien und die Berge –wenigstens für einige Stunden– in den Spanisch-Unterricht.

Mateo besuchte den Kurs EPh Spanisch fortgeführt zuerst im Klassenraum. Das hohe Interesse und die große Aufmerksamkeit der SchülerInnen während Mateos lebendigen Vortrages war bemerkenswert. Es folgten auch viele Fragen, die er immer sehr freundlich beantwortete. Eine Stunde und eine Busfahrt später wartete am Malakoffturm die nächste Herausforderung auf den Kurs: „Klettern auf Spanisch“. Auch hier war die Verkehrssprache Spanisch, die nur bei sicherheitsrelevanten Anweisungen durch Deutsch ergänzt wurde. Die SchülerInnen lernten das Sichern und konnten zwei Stunden klettern. Dabei konnten sie nicht nur ihre eigenen persönlichen Grenzen erweitern, sondern auch die Kooperation und das Übernehmen von Verantwortung für sich selbst und für die Anderen bewusst erleben. Ein großes Lob an die Spanisch-SchülerInnen für ihr verantwortungsvolles und tolerantes Miteinander!

Der Schüler Elias Flesch berichtet über das Klettern-Projekt:

Die Kletter-Exkursion mit unserem Spanischkurs war eine tolle Erfahrung. Wir als Schüler konnten uns und unser Spanisch ein wenig auf die Probe stellen und hatten viel Spaß beim Klettern.

Zunächst hat uns unser kolumbianischer Kletterlehrer Mateo viel über seine Erfahrungen an der Wand und in der Klettergemeinschaft erzählt, wobei wir sogar noch einiges über die Landschaft und die Kultur Kolumbiens lernen konnten, bevor es dann in der Kletterhalle „Malakoffturm" mit der Praxis weiter ging. Mateo hat uns alles sehr nett erklärt und wir hatten viel Spaß dabei, uns auf Spanisch zu verständigen. An der Wand ging es dann direkt weiter, da viele das erste Mal geklettert sind und das Gefühl, an der Wand zu hängen, gar nicht kannten. Ich selbst war vorher schon öfters klettern, konnte aber trotzdem meine Technik in den Routen verbessern und habe gute Tipps von Mateo und Frau Díaz bekommen. Es war auch sehr interessant, seine Grenzen auszutesten: einige Schüler haben sogar ein Stück ihrer Höhenangst überwinden können, was meiner Meinung nach schon eine extreme Leistung ist. Nachdem wir alle ausgepowert waren, haben wir uns noch spontan entschieden, in die Eisdiele zu gehen, um in Ruhe über unsere Erlebnisse zu plaudern.

Ich hatte auf jeden Fall einen sehr schönen Tag mit meinen Mitschülern, Frau Díaz und Mateo und werde mich als Helfer für das Kletter-Projekt in der Projektwoche melden.

Hasta pronto, Elías 

 

Foto und Text: DIA / Elias Flesch