Projektkurs Bottrop, eine Stadt im Wandel

April 2019

Erzähl mich jez bloß nich irgendwelche Dönekes

Vernissage des Projektkurses

Auch in diesem Jahr haben 31 Schülerinnen und Schüler den Projektkurs Bottrop, eine Stadt im Wandel zum Thema Geschichten der kleinen Leute mit der Ausstellung Erzähl mich jez bloß nich irgendwelche Dönekes erfolgreich abgeschlossen. 
Am 4. April war es endlich soweit: Zum zweiten Mal begrüßten die ehemaligen Reviersteiger die Besucher der Vernissage an den Eingangstüren des Malakoffturms. Auch in diesem Jahr begleitete das Orchester des Josef-Albers-Gymnasiums das Programm mit Conquest Of Paradise von Vangelis, Henry Purcells Ground in F und Weekend Fever von Daniel Helbach. Als Solistin am Klavier zeigte Katharina van Ryn wieder einmal ihr Talent. Begrüßt wurden die Gäste durch die Historische Gesellschaft Bottrop e.V. mit Herrn Franz Reidick. Eingerahmt durch zwei solistische Beiträge an der Harfe (Hannah Claaßen) und am Klavier (Lana Brunke) würdigten die ProjektkurslehrerIn Frau Katharina Hüttermann und Herr Torsten Kyon die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Diese hielten ebenfalls eine Ansprache, in der sie über den ausbalancierten Grad zwischen Selbsttätigkeit und Anleitung durch die LehrerIn im Projektkurs sprachen. Eröffnet wurde die Ausstellung durch die Aktion Kohle to go, in der das 100-jährige Stadtjubiläum Bottrops zelebriert wurde. Hier bereiteten einzelne Schüler 100 Kohlestückchen in Muffinpapier verziert mit blauem Zuckerstreusel vor, die von den Gästen als Erinnerung an den Abend, die SchülerInnen, die Arbeiten mitgenommen werden konnte. 
Ein großes Dankeschön geht an unsere Sponsoren (ideell und finanziell): Die Bezirksregierung Münster, die Sparkasse Bottrop, die Volksbank Bottrop, der LWL mit dem Projekt Europa in Westfalen, der Verein für Freunde und Förderer des JAGs und die Historische Gesellschaft.
Im nächsten Jahr lautet der Arbeitstitel Öffentliche Lustbarkeiten – Vergnügen in Bottrop. Die Fachschaft Kunst freut sich wieder über zahlreiche Anmeldungen und die konstruktive Arbeit mit den Lernenden. 

HUT

   

 

April 2019: Einladung zur Ausstellung des Projektkurses

 

 

Dezember

Oktober 2018

Projektkurs im Quadrat: Unperfekte, ästhetische Erfahrungen sammeln

Am 29. Oktober besuchte der Projektkurs die Ausstellung "Bernhard Fuchs, Justin Matherly, Tobias Pils" im Josef Albers Museum Quadrat, um die Positionen und Arbeitsweisen dieser drei Künstler kennenzulernen. In Kleingruppen untersuchten die Schülerinnen und Schüler die Arbeiten intensiv. So zum Beispiel die fragil wirkenden Skulpturen von Matherly (*1972) aus Beton, Gips und modifizierter med. Gehhilfe. Justin Matherly reizt die Auseinandersetzung mit griechischen und römischen Statuen.

Hier wird Asklepios, unverkennbar an der sich am Äskulapstab winden Schlange, der griechische Gott der Heilkunst, brüchig, zerissen, faserig und rau dargestellt. Paradox also, dass ausgereechnet der Meister der Heilkunde in einem eher kaputten, kranken Status gezeigt wird. Mit dem Titel "it's ok to limp" (Es ist in Ordnung zu hinken) verweist er unmittelbar auf die Karton-Gehilfen-Konstruktion, welche die Funktion des Sockels für die Figur übernimmt. Der "Sockel" ist von innen hohl, einsehbar von einigen Seiten, die Gehhilfe sichtbar und faserige Gipsüberstände sind zu sehen. Diese Position wurde sehr gut von der Albers-Schülerin Nina Waals und ihrem Team vorgestellt. Allen drei Künstlern ist gemeinsam, so stellten die Albers-SchülerInnen fest, ist gemeinsam, dass hier das Unperfekte dargestellt wird, eine Entfaltung von Individualiät und es gehe immer um den Menschen mit seinen kleinen Fehlern. Jetzt nach all diesem Input geht es in die heiße Phase der eigenen Projekte. Wir sind gespannt, was die SchülerInnen zum Thema "Geschichte(n) der kleinen Leute" am 04. April 2019 im Malakoffturm präsentieren.

HUT

 

Projektkurs im Stadtarchiv Bottrop

Nach einer Einführung von Frau Biskup in das Arbeiten im Stadtarchiv, hatten die SchülerInnen Zeit in alten Zeitungsartikeln und Büchern, die für sie bereitgestellt wurden, zu stöbern. 

HUT

September 2018

Aufbereitung von Geschichte im Museum für Ur- und Ortsgeschichte

Wie Bottroper Geschichte im Museum präsentiert wird, hat sich der Projektkurs genauer angesehen. Dabei wurde die Präsentation von Alltagsgegenständen aus der Urgeschichte Bottrops in Vitrinen, an den Wänden, auf Sockeln, die ständige Chronologie als Ordnungsprinzip, aber auch ein Raum, der von Frau Sandfort liebevoll als Kuriositätenkabinett bezeichnet wurde, da dort von der Brabus Felge bis zum Bottroper Bierkrug ein Konglomerat von Bottroper Vergangenheit gezeigt wird, genauer betrachtet. 

HUT

 

 

 

Start des Projektkurses – "Erzähl mich jez bloß nich irgendwelche Dönekes, sondern tuma endlich Butter bei de Fische."

Am 3. September lud die Historische Gesellschaft Bottrop e.V. und der LWL 32 Schülerinnen und Schüler des JAG in den außerschulischen Lernort Malakoffturm ein. Neben den ehemaligen, uniformierten Reviersteigern waren Vertreter der Historischen Gesellschaft und des städtischen Denkmalamtes vor Ort, um den Schülern/Schülerinnen die Geschichte des Malakoffturms und der "kleinen Leute" näherzubringen. Zum Abschluss fand eine Busfahrt durch die Gartenstadt Welheim, eine ehemalige Zechensiedlung, statt. Der Themenspeicher wurde gut gefüllt: Migration unter Tage, Industriedenkmal, Architektur der Zechensiedlung, lauter Döneken ... Welche Geschichten werden die Schülerinnen und Schüler wohl für ihre künstlerische Auseinandersetzung wählen? 

HUT

August 2018

Projektkurses 2018/19 "Geschichte(n) der kleinen Leute"

In Vorbereitung auf das 100-jährige Stadtjubiläum der Stadt Bottrop 2019 führen die SchülerInnen der Qualifikationsphase 2 des Josef-Albers-Gymnasiums den Projektkurs Kunst/Geschichte unter dem Titel „Geschichte(n) der kleinen Leute“ durch. Oberbürgermeister Bernd Tischler unterstützt das Projekt. Als verlässliche und inspirierende Kooperationspartner stehen uns abermals die Historischen Gesellschaft Bottrop e.V., das Stadtarchiv Bottrop und das Josef-Albers-Museum Quadrat zur Verfügung. 

Politiker behaupten gern, sie setzen sich für die „kleinen Leute“ ein. Doch wen meinen sie überhaupt damit? Wer will überhaupt als „klein“ bezeichnet werden? Was meint man mit „klein“? Hilfesuchende, Arme, Facharbeiter, Arbeitslose. Fest steht nur, dass weder Kinder noch Leute von geringer Körpergröße gemeint sind.

Im Projektkurs kann alles und jeder damit gemeint sein. Die Lernenden sollen sich eine Person, eine Personengruppe aus Bottrop suchen und sich Geschichten erzählen lassen, dokumentieren und dann in eine künstlerische Arbeit transferieren. Zur Verfügung stehen unterschiedliche Medien, Genres, Gattungen wie Zeichnung, Malerei, Fotografie, Film, Performance, Epik, Skulptur/Plastik, Architektur, Portrait, Poesie, Landschaft, Stillleben, Street Art, ...

Das Projekt findet seinen Höhepunkt und gleichzeitig auch Abschluss in einer Vernissage am 04. April 2019 im Industriedenkmal Malakoffturm. Die Ausstellung endet am 13. Mai 2019. Zur Vernissage erscheint eine Dokumentation aller Arbeiten. 

Da der Kurs dieses Jahr aus mehr als 30 Lernenden besteht, wird er von zwei Kunstlehrern geleitet: von Herrn Kyon und Frau Hüttermann.

Und um es mit Julia Engelmanns Worten abzuschließen:  

„[...] also lass uns doch Geschichten schreiben, die wir später gern erzählen [...]“ 

HUT

März 2018

Vernissage des Projektkurses (Q2)

Viermal ertönte das Signal im Malakoffturm und das Programm zur Ausstellung mit dem Titel Kinners, jetz is abba Schicht im Schacht konnte mit einem musikalischen Beitrag des Orchesters unter der Leitung von Herrn Holger Klaus beginnen.

Die Besucher wurden bereits vor den Türen des Malakoffturms in das Thema eingeführt, indem Sie von den im Spalier stehenden, ehemaligen Reviersteigern mit einem kräftigen "Glückauf!" begrüßt wurden. Die Begrüßung fand durch Herrn Franz Reidick, Vorsitzender der Historischen Gesellschaft e.V., und durch Herrn Bernd Beier, Personaldirektor des Bergwerks, statt. Danach spielte das Orchester, gesanglich unterstützt durch Celine Koczy (Q1) und die Kumpel, "Das Steigerlied" (Arr. Holger Klaus). Und auch die Besucher mit dem ausgeteilten Liedtext gewappnet stimmten mit ein.

Im Anschluss würdigte die Kunstlehrerin Frau Katharina Hüttermann, die Projektleiterin, alle entstandenen gestaltungspraktischen Arbeiten durch die Vorstellung dieser. Tugce Karalioglu und Felix Kubela schilderten aus der Schülersicht die Teilnahme am Projektkurs Bottrop, eine Stadt im Wandel und leiteten zu Jana Christ und Sirin Liebscher und ihrem Wachsbergmann mit dem Titel "Schmelz" über, den die beiden Schülerinnen zur Eröffnung der Ausstellung anzündeten.

Nachfolgend konnten die Besucher die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler den ganzen Abend lang betrachten und, da alle KünstlerInnen anwesend waren, in einen interessanten Dialog treten. Als Projektdokumentation wurde ein Katalog erstellt. Die Ausstellung ist noch bis zum 12. April im Malakoffturm zu sehen. 

 

September 2017

„‚Glück auf‘ nich ‚Hallo‘ heißt dat!“
 
Die erste Lektion lernte der Projektkurs im Malakoff-Turm der ehemaligen Schachtanlge Prosper II, Schacht 2, am späten Montag Nachmittag sehr schnell. Nach der korrekten Begrüßung der ehemaligen Reviersteiger begann das Interview mit den in schwarz gekleideten Herren und entwickelte sich zu einem interessanten Gespräch mit zahlreichen Ankedoten der ehemaligen Kumpel. Thematisch wurde dabei ein weites inhaltliches Feld aufgemacht. So wurde zum einen der Regiolekt, das Ruhrpott-Deutsch, und die eigene Sprache der Bergwerksleute fokussiert, zum anderen von den „dunklen, dreckigen, feuchten, lauten, staubigen sowie warmen“ Arbeitsbedingungen unter Tage sehr emotionsvoll erzählt. Weitere Aspekte wie eine gute Integration unter Tage, der Spagat zwischen Produktiviät und Sicherheit, Solidarität und Kameradschaft, Unfälle, Ewigkeitslasten uvm. wurden zunächst nur angerissen. 
 
 
Somit hat die erste Phase „Ideenfindung“ des Projektkurses begonnen. Es wird gesammelt, sich mit der Materie auseinandergesetzt, werden Fragen gestellt, um einen Ansatzpunkt für die künstlerische Arbeit zu entwickeln. 
Nächste Woche ist der Projektkurs zu Besuch bei Frau Biskup im Stadtarchiv, welche die KursteilnehmerInnen bereits im Malakoff-Turm während des Treffens der Ahnen- und Familienforscher kennenlernen konnten.
 
 
Vorstellung des Projektkurses 

In Kooperation mit der Historischen Gesellschaft Bottrop e.V., dem Stadtarchiv Bottrop und dem Josef-Albers-Museum Quadrat sowie dem Museum für Ur- und Ortsgeschichte führen die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase 2 des Josef-Albers-Gymnasiums den Projektkurs Kunst/Geschichte unter dem Arbeitstitel „Bottrop – Eine Stadt im Wandel: Die letzte Zeche“ durch. 

Im Fokus steht die letzte Zeche des Ruhrgebiets: Das Bergwerk Prosper-Haniel, das Ende 2018 geschlossen wird. Der Kurs wird sich geschichtlich und künstlerisch mit dem Einfluss des Steinkohleabbaus in Bottrop auseinandersetzen. Wie hat sich die Stadt Bottrop gewandelt und was passiert nach 2018 mit der Anlage? Diese und andere Fragen können Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem Thema sein. Hierzu werden die Schülerinnen und Schüler zunächst in Kleingruppen bei den unterschiedlichen Institutionen Informationen und Material, das weiter aufbereitet wird, zusammentragen.

Nach einer Inputphase über Künstler wie z.B. Andreas Gursky, die sich ebenfalls mit der Zechenkultur auseinandergesetzt haben, überlegen sich die Schülerinnen und Schüler im nächsten Schritt eigene Ideen für eine künstlerische Auseinandersetzung. Der Kurs kann sich hier an allen zur Verfügung stehenden Medien, Genres, Gattungen bedienen: Zeichnung, Malerei, Fotografie, Film, Performance, Skulptur/Plastik, Architektur, Portrait, Landschaft, Stillleben, Street Art, ...

Alle Arbeiten sowie die schriftlichen Erläuterungen zu den Arbeiten werden in einem Heft gebündelt, das eine weitere Kleingruppe entwerfen und in die Arbeit mit einem professionellen Layout- und Satzprogramm eingeführt wird. Das Projekt endet mit einer dreiwöchigen Ausstellung der Einzelleistungen (Projektdokumentation und schriftlicher Erläuterung) und dem Gesamtergebnis in Form einer gebundenen Ausgabe in dem Industriedenkmal Malakoff-Turm auf der Schachtanlage Prosper II. Die Vernissage ist für den 25.03.2018 angesetzt.