Veröffentlicht am 14.01.2026
Exkursion ins Museum Folkwang – William Kentridge hautnah erleben
Am 7. Januar 2026 begaben sich die Kunstkurse des Josef-Albers-Gymnasiums auf eine Exkursion ins Museum Folkwang, um die Ausstellung des international renommierten südafrikanischen Künstlers William Kentridge zu besuchen.
Obwohl Kentridge erst in der Q2 als abiturrelevantes Thema im Kunstunterricht behandelt wird, nutzten die Schülerinnen und Schüler die besondere Gelegenheit, seine Werke bereits jetzt im Original zu erleben und die unmittelbare Wirkung – die Aura – der Arbeiten zu erfahren.
In drei Gruppen aufgeteilt wurden die Kurse durch die Ausstellung geführt und erhielten einen ersten fundierten Zugang zu Kentridges vielschichtigem Werk. Präsentiert wurden unter anderem ausdrucksstarke Kohlezeichnungen, experimentelle Stop-Motion-Filme, aufwendig gearbeitete Wandteppiche sowie monumentale Collagearbeiten. Besonders eindrucksvoll war die Präsentation der Filmcollagen mit eigens konstruierten Holzarchitekturen, die den prozesshaften Charakter von Kentridges Arbeiten unterstreichen.
Thematisch setzt sich William Kentridge intensiv mit der Geschichte und den Folgen der Apartheid, mit Kolonialismus, Machtstrukturen, Erinnerung und individueller Verantwortung auseinander. Seine Werke sind stark verdichtet und arbeiten mit wiederkehrenden Symbolen wie Schreibmaschinen, Megafonen, Landkarten oder dem Nashorn, die Fragen nach Sprache, Gewalt, Bürokratie und Menschlichkeit aufwerfen. Die Verbindung von Zeichnung, Bewegung, Film und Musik eröffnet dabei einen ebenso eindringlichen wie vielschichtigen ZUgang zu komplexen historischen und gesellschaftlichen Themen.
Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist der im hinteren Teil aufgebaute atelierartige Arbeitsraum, der einen direkten Einblick in Kentridges künstlerische Praxis ermöglicht.
Skizzen, Arbeitsmaterialien und offene Arrangements machen nachvollziehbar, wie seine Werke entstehen, und verdeutlichen, dass Zeichnung und Film bei Kentridge als fortlaufende Denk- und Arbeitsprozesse verstanden werden.
Der Besuch der Ausstellung bot den Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen und inspirierenden ersten Kontakt mit einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler und lieferte wertvolle Impulse für die spätere vertiefte Auseinandersetzung im Kunstunterricht.
HUT
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