Veröffentlicht am 11.03.2026
„Ach Erde, bedecke mein Blut nicht! Mein Aufschrei finde keine Ruhestätte.“ (Hiob 16:18) – Die Gedenkstättenfahrt der Q1 nach Polen im Januar 2026
Vom 11. bis zum 16. Januar 2026 fand die Gedenkstättenfahrt nach Majdanek statt.
Von enormen Schneemengen begleitet und warmer Kleidung im Gepäck haben wir uns aufgrund eines Bahnausfalls einen Tag verspätet auf den Weg zum Bahnhof gemacht, um durch die verschneite Welt bis nach Lublin zu fahren.
Zwischendurch fühlten wir uns wie im „Polarexpress“ und hatten wegen der enormen Schneemassen immer wieder Zwischenhalte.
Dadurch, dass die Züge erst am Sonntag wieder fuhren, musste unsere Zwischenübernachtung in der polnischen Hauptstadt Warschau leider ausfallen.
Nach knapp 20 Stunden Zugfahrt kamen wir um Mitternacht in Lublin an und standen in tiefem Schnee. Da auch keine Busse mehr fuhren, haben wir uns kurzerhand mehrere Taxen organisiert, um im Hotel anzukommen und müde ins Bett zu fallen.
In Lublin und Umgebung konnten wir eine spannende Zeit verbringen, die historische Altstadt im Schnee erkunden und Zeit miteinander beim Kartenspielen oder beim Rodeln mit Plastiktüten im Park verbringen. Wir hatten viel Spaß und eine eindrucksvolle Woche.
Die Fahrt stand unter dem Leitfaden einer Gedenkstättenfahrt. Geschichtlicher Input kam daher keineswegs zu kurz. Neben dem Theatre NN in Lublin und der Besichtigung der Stadt Zamość, welche als erste „arische Mustersiedlung“ dienen sollte, haben wir das KZ Majdanek in Lublin und das Vernichtungslager Bełżec besichtigen können und haben Workshops erhalten.
In den Workshops ging es sowohl um die Geschichten von Opfern als auch um Perspektiven von Tätern.
Solche Orte zu sehen, war für viele von uns neu. Wir alle haben schon Bilder aus Geschichtsbüchern gesehen oder haben aus der Besichtigung der alten Synagoge in Essen oder den beiden Vorbereitungstreffen im Voraus auf ein Repertoire an Wissen zurückgreifen können, aber selbst dort zu stehen, wo tausende Menschen entmenschlicht wurden und ihr Leben geben mussten, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Es ist einengend, beängstigend, bedrückend und erschreckend.
Diese Fahrt hat uns allen greifbar vergegenwärtigt, was nie wieder geschehen sollte und wofür wir einstehen müssen!
Die Fahrt war ein Erlebnis, welches wir sicherlich nicht vergessen werden.
Wir danken den durchführenden und planenden Lehrkräften Frau Bergmann und Herrn Lück für die professionelle und schülerorientierte Begleitung der Fahrt sowie allen anderen Unterstützern!
Lukas Reyer aus der Q1




