• Veröffentlicht am 19.12.2019

Menschenrechtspreisträger und Projektpartner zu Gast am JAG

Die Schulgemeinde des Josef-Albers-Gymnasium durfte in der dritten Dezemberwoche den Träger des Menschenrechtspreises 2019 der spanischen Anwaltsvereinigung in ihrer Aula begrüßen: Demétrius Demétrio. Er leitet seit vielen Jahren das Kinderhilfsprojekt "Gemeinschaft der kleinen Propheten" in der Hafenstadt Recifé (Brasilien), das sich für ein menschenwürdiges Leben - frei von Hunger, Gewalt und Missbrauch - von brasilianischen Straßenkindern einsetzt.

Das JAG pflegt eine besondere Beziehung zu diesem Hilfsprojekt, da Bottrops größtes Gymnasium die Arbeit von Herrn Demétrio seit inzwischen über 17 Jahren durch seinen regelmäßigen Sponsorenlauf unter dem Motto „Wandern für die Andern“ unterstützt. In den letzten zehn Jahren sind so 146.618 Euro durch die Schülerinnen und Schüler des JAG erlaufen worden. Allein von diesen regelmäßigen Spenden der Schulgemeinde konnte ein zweites Haus als Anlaufstätte für die Straßenkinder gebaut werden.

Dies war Anlass genug, dass Demétrius Demétrio seine Bottroper Unterstützer besuchte, um so seine Freude über den Preis mit ihnen zu teilen, den er wenige Tage zuvor, am 12. Dezember in Madrid auf einer Sonderveranstaltung der spanischen Anwaltsvereinigung im Rahmen der Weltklimakonferenz COP25 verliehen bekam.

Die Auszeichnung galt hierbei nicht nur der besonderen humanitären Arbeit, die nachhaltig organisiert ist und den Straßenkindern neben der emotionalen und materiellen Zuwendung auch Möglichkeiten zur Alphabetisierung und Bildung bietet. Der Preis berücksichtigt auch ein innovatives Projekt der „Gemeinschaft der kleinen Propheten“, das den Nachhaltigkeitsansatz berücksichtigt, um welchen die Politikerinnen und Politiker in Madrid rangen.

Die „kleinen Propheten“ betreiben mit Demétrius Demétrio auf ihren zwei Häusern für Straßenkinder den größten bewirtschafteten Dachgarten im Nordosten des Flächenlandes Brasilien. Die für das tägliche gemeinsame Kochen benötigten Gemüsesorten und Kräuter werden zu einem großen Teil selbst angebaut und verarbeitet. Hierzu bedient sich die Gemeinschaft einfachster, aber wirkungsvoller Mittel, indem etwa Küchenkräuter in PET-Flaschen herangezogen werden.

Mit Hilfe einer Übersetzerin der das Projekt betreuenden und kontrollierenden Hilfsorganisation MISEREOR informierte Demétrius Demétrio die Schulgemeinde in zwei gesonderten Informationsblöcken einerseits die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe und andererseits die älteren Heranwachsenden.

Hierbei informierte er ausführlich über die Lebensumstände der Straßenkinder in Brasilien und klärte über die Probleme auf, um den deutschen Kindern und Jugendlichen ein besseres Verständnis des Projektes zu ermöglichen, das sie durch „Wandern für die Andern“ unterstützen. Hierbei verdeutlichte er eindrucksvoll, wer die Empfänger der Spenden sind und wie sich die Arbeit mit ihnen gestaltet.

In diesem Zusammenhang war dem Leiter der „Gemeinschaft der kleinen Propheten“ auch daran gelegen, nicht bloß bestehende Probleme darzulegen, sondern auch zu zeigen, was bewirkt werden kann.

Mit anschaulichem Bild- und Filmmaterial konnten sich die Schülerinnen und Schüler einen umfassenden Überblick verschaffen über die Lebenswelt der Straßenkinder und über das Hilfsprojekt „Gemeinschaft der kleinen Propheten“. Dank der Übersetzerin konnten sie hierbei ganz individuelle Fragen stellen. Während das Interesse der Unterstufe zumeist den  Alltag der Straßenkinder betraf, wurde die Fragerunde der älteren Heranwachsenden sehr schnell politisch: Die Oberstufenschüler erkundigten sich nach staatlichen und sozialpolitischen Maßnahmen der Armutsbekämpfung und interessierten sich besonders für die Regierung Brasiliens, die durch die Tropenwaldbrände und durch Äußerungen ihres Präsidenten in den Fokus der Weltöffentlichkeit geraten war.

Die Schülerschaft und das gesamte Kollegium des Josef-Albers-Gymnasiums bedankt sich bei Demétrius Demétrio und dem Team von Misereor für diese einmalige Chance, das ausgezeichnete Projekt vorgestellt und erläutert zu bekommen. Die Schulgemeinde freut sich auf den nächsten Spendenlauf, der im nächsten Mai stattfinden wird. 


Das Haus der ,,Gemeinschaft der kleinen Propheten" in der Hafenstadt Recifé im Nordosten Brasiliens. Inzwischen konnte - auch dank der Mittel aus dem JAG-Spendenlauf ,,Wandern für die Andern" - ein zweites Haus hinzugekauft werden, das als weitere Anlaufstelle für Straßenkinder dient.

Der Dachgarten - hier nur ein Ausschnitt - ist der größte seiner Art im Nordosten des Flächenlandes Brasiliens und erstreckt sich über beide Gebäude der Gemeinschaft. 

Fotos: CPP/Comunidade dos Pequenos Profetas