• Veröffentlicht am 04.02.2019

Forschertage am Josef-Albers-Gymnasium

300 Viertklässer haben  Ende Januar unter der Anleitung von Oberstufenschülern einen besonderen Experimentiertag am Josef-Albers-Gymnasium erlebt. Die Mitwirkung der 120 Jugendlichen ist Teil des MINT-Förderkonzepts, das auch besondere Förderbausteine speziell für Mädchen bereit hält.

Sinnesexperimente, eigene 3d-Druck-Modelle, Rotkohl mörsern und Eis angeln. Am Josef-Albers-Gymnasium betreuen 120 Oberstufenschülerinnen und -Schüler ihre Gäste von umliegenden Grundschulen in den naturwissenschaftlichen Räumen. Eigenes Experimentieren und eine gemeinsame bewegte Pause in der Sporthalle ermöglichen den Viertklässlern im Klassenverbund einen spannenden Tag am Gymnasium.
Von Jugendlichen für Viertklässler
Ein Team rund um die Schülerinnen und Schüler des Förderprogramms der MINT-Lehrer-Nachwuchsförderung (MILeNa) hat sich im Vorfeld auf die Grundschüler vorbereitet. Die Jugendlichen haben die Unter- und Mittelstufe am JAG erfolgreich durchlaufen und kommen mit den Klassen in Kleingruppen auch darüber ins Gespräch, von welchen MINT-Förderbausteinen sie sich für die Wahl eines naturwissenschaftlichen Schwerpunkts in der Oberstufe begeistern ließen. Auffällig ist der hohe Mädchenanteil in den Oberstufenkursen, auch in den Fächern Chemie und Physik.
Dass sich die Jugendlichen für ihre Schule einsetzen und auch an einem Freitagnachmittag die Lehrerrolle übernehmen wollen, ist für viele selbstverständlich. Janet Heinke ist z. B. bereits zum zweiten Mal dabei. Sie profitiert ja selbst von den Erfahrungen mit den Grundschülern und freut sich über die lachenden Gesichter und den Forschergeist bei den Viertklässlern. Außerdem bieten die Lehrkräfte am Albers so viele Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerbe an, dass man ihnen gerne hilft. Der Unterricht wird hier nicht einfach abgespult. „Wir können uns mit unseren Vorstellungen einbringen und werden auch neben dem Unterricht zu Wettbewerben und Aktionen der Berufsorientierung motiviert“. An der Elektronik-AG hat Janet z. B. schon zweimal teilgenommen. Im letzten Jahr gewann sie mit 8 anderen Mädchen den zdi-Roboterwettbewerb auf Landesebene. Im Mai wird sie den Physik-LK wählen.
Für Mädchen ist auch das Fach Biochemie ansprechend, das in den Jahrgangsstufen 8 und 9 angeboten wird. „Gerade diese Bausteine der Mädchenförderung motivieren am Ende so stark, dass sich die Mädchen den Physik- oder Chemie-Leistungskurs zutrauen“, so Florian Wältring, MINT-Koordinator am Albers. „Obwohl die Kurse in der Gesellschaft als schwer gelten, haben wir zur Zeit über 30% Mädchen im Physik-LK und über 45% im Chemie-LK. Oft können sie das besser als die Jungen, da sie meist sorgfältiger dokumentieren.“
Die hohe Motivation, auch an Wettbewerben teilzunehmen, beginnt jedoch bereits in der Unterstufe. Im letzten Schuljahr haben drei Fünftklässler den sogenannten MINTikus-Pokal gewonnen, eine Auszeichnung für besonders aktive Forscher am Albers. Solche Auszeichnungen führen dazu, dass die Teilnehmerzahlen bei aufwändigeren Wettbewerben wie die Mathe-Olympiade, die Junior Science Olympiade und bei den naturwissenschaftlichen Olympiaden regelmäßig hoch sind.
Der Fachkräftemangel in technischen Berufen ist groß. Die Forschertage für ca. 300 Viertklässler sind ein Baustein, Jugendliche und die Viertklässler für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Diese Begeisterung lässt sich spüren, wenn man die Experimentierräume an den Forschertagen betritt.
Einfrücke von Schülerinnen und Lehrerinnen:
Frau Dorkewitz, Schulleiterin der Konradschule: „Ich finde es besonders vorteilhaft, dass unsere Kinder von den älteren Schülern des Albers betreut werden. So haben sie weniger Hemmungen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zu den Jugendlichen finden sie schnell einen Zugang.“
Emilia, Schülerin der Q1: „Ich mag es, den Kindern etwas beizubringen, was mir auch Spaß macht.“
Julia Huismann, Biologie-Lehrerin: „Es ist für unsere Schülerinnen und Schüler eine gute Möglichkeit, erste Lehrerfahrungen zu sammeln.“


Foto/Text: WLT