Sozialwissenschaften

Das Fach Sozialwissenschaften

Im Zeitalter der modernen Wissensgesellschaft werden spezifische Herausforderungen an das Individuum gestellt. Dazu zählen die digitale Verarbeitung von Informationen, die Teilhabe an einer vernetzten Welt sowie Möglichkeiten und Risiken, auf dem eigenen Lebensweg individuelle Entscheidungen hinsichtlich Beruf und Lebensstil zu treffen. Daher bedarf es in der eigenen Lebenswelt sozialwissenschaftlicher Orientierung. Ganz besonders stehen dabei Fragen des nachhaltigen Konsums, der Aushandlung von individuellen im Gegensatz zu gesellschaftlichen Interessen und vor allem die kritische Reflexion und Bewertung persönlichen und gesellschaftlichen Handelns im Fokus.

Wiewohl jeder Einzelne, auch der Heranwachsende, seine eigenen Wertmaßstäbe diesbezüglich zu entwickeln hat, ist es die Aufgabe des Fachs „Politik/Sozialwissenschaften“ insbesondere ein Verständnis von sozialer Wirklichkeit zu vermitteln, aber auch die Schulung von Kompetenzen hinsichtlich der Anteilnahme und besonders der Mitgestaltung am demokratisch verfassten Gemeinwesen der BRD zu ermöglichen (vgl. Kernlehrplan Politik/Wirtschaft für das Gymnasium – Sekundarstufe I  in NRW, Frechen 2007, S.9). Besonderes Hauptaugenmerk, wie im Bild links oben angedeutet, liegt also auf der Stärkung des Einzelnen, bei gleichzeitiger  Integration in die Gruppe zu einem gelingenden Ganzen, wobei sowohl die Perspektive des Gemeinwohls als auch die personalen Individualrechte und entsprechende Herausforderungen im Blick bleiben.  

 

Sozialwissenschaften am Josef-Albers-Gymnasium

Im Zuge einer fortschreitenden Entwicklung des hausinternen Lehrplans im Fach Politik am JAG werden die Inhalte des landesweit gültigen Kernlehrplans von derzeit zwei Lehrerinnen und vier Lehrern folgendermaßen umgesetzt:

Zunächst wird in der Jahrgangsstufe 5 ein erster Zugriff auf das große Thema "Demokratie Lernen" entwickelt. Die Schüler erleben die Annäherung über Familie und Schule als erste Instanzen von politischen Prozessen (Diskutieren, Beurteilen, Entscheiden, Gestalten) zur untersten Ebene des politischen Systems der BRD, den Städten und ihren Möglichkeiten der kommunalen Selbstverwaltung. Im zweiten Halbjahr werden globale Entwicklungsunterschiede, das Thema soziale Ungleichheit, anhand der beispielhaften Situation der Kinder in unterschiedlichen Herkunftsländern in den Blick genommen.
In der Jahrgansstufe 7 wird dann der Pfad der Ökonomie und Ökologie beschritten. Die Schüler lernen Grundprinzipien und -elemente des Wirtschaftens und der sozialen Marktwirtschaft kennen und erörtern vor dem Hintergrund globaler Erwärmung und knapper Ressourcen Möglichkeit und Dringlichkeit von nachhaltigem Konsum, von Energieeffizienz und Energieeffektivität.
In der Jahrgangsstufe 8 erfolgt der zweite Zugriff  auf das Thema "Demokratie Lernen". Gemäß dem föderalen Aufbau des politischen Systems der BRD finden die höheren Ebenen der Landes- und der Bundespolitik Erläuterung. Darüber hinaus werden auch Prozesse und demokratische Entscheidungssituationen (z.B. Wahlrecht mit 16 Jahren), ebenso die Bedrohung der demokratischen Kultur des Miteinander (Akzeptanz und Toleranz) durch extremistische Bewegungen thematisiert.
Hauptbestandteil der Jahrgangsstufe 9 ist das dem Politikunterricht thematisch zugedachte Betriebspraktikum als Vorbereitung auf die Arbeitswelt. Es gilt, grundsätzliche Rahmenbedingungen (Rechtsform, betriebliche Mitbestimmung, Merkmale der Arbeitswelt etc.) zu verstehen und auch die inhaltlichen und formalen Anforderungen des Praktikumsberichts kennenzulernen. Im zweiten Halbjahr liegt der Schwerpunkt auf der EU als politischem Gebilde zwischen Bundesstaat und Staatenbund. In dieser Weise versuchen wir am JAG, den inhaltlichen Erfordernissen pädagogisch auf handlungs- und erlebnisorientierte Weise zu begegnen.

In der Oberstufe wird im Vergleich zur Unter- und Mittelstufe der Schwerpunkt vermehrt auf die Vorbereitung auf das wissenschaftliche Arbeiten gelegt, d.h. entsprechende Fachmethoden, strukturierte Analysen und kriteriengeleitete Beurteilungen von Sachfragen stehen im Vordergrund der Unterrichtspraxis und bilden die Basis des Wissenserwerbs.

Abstrakter formuliert geht die unterrichtliche Behandlung eines Themas den Weg von einem konkreten Anlass aus, um dann die jeweiligen Rahmenbedingungen und spezifischen Inhalte einer Fragestellung zu erarbeiten und diese anschließend zu klären. Dabei gilt die individuelle Meinungsbildung als maßgebliches Lernziel. Diese Zielsetzung birgt eine gewisse Offenheit, die hinsichtlich allgemein verbindlicher Ergebnisse letztlich nicht vollständig aufgelöst werden kann. Der Unterricht soll also weniger als „Meinungsmacher“ (im Sinne von vorgegebenen und erwünschten oder unerwünschten Positionen) dienen, vielmehr qualifiziert er durch seriöse Argumentation sinnvolle bzw. nachvollziehbare Meinungsangebote und entlarvt haltlose oder wenig fundierte Meinungen. Anders gesagt ist das Zustandekommen einer Beurteilung, d.h. die Methodik (Wie komme ich zu dieser Position? Worauf stütze ich meine Aussage? etc.) die Grundlage dafür, die eigene Meinung kritisch und konstruktiv zu hinterfragen und die eigene Urteilsschärfe dadurch zu verbessern.

 

Schulinterne Lehrpläne für das Fach Sozialwissenschaften

Nächste Termine

29.06.2017 –

Notenabgabe SI, SII

01.07.2017 – 09:00

Abiturgottesdienst (St. Cyriakus)

01.07.2017 –

Stufe Q2: Abiturentlassung

03.07.2017 –

Sommerkonzert

04.07.2017 – 13:15

Zeugniskonferenzen: SII, Stufen 9 und 8

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